Kevin KühnertJuso-Bundesvorsitzender Kevin KühnertDessau-Roßlau, eine Stadt, bekannt für den weltberühmten Bauhausstil lud in der vorletzten Juliwoche 2018 zur jährlichen Landesdeligiertenkonfernz der Jusos im beschaulichen Land Sachsen-Anhalt.

Dieses Wochenende sollte sich wieder als gut gefüllt herausstellen und schon am Freitag tagte der Landesausschuss um über die vergangene Arbeit der LSA Jusostrukturen zu beraten und den letzten, organisatorischen Schliff an der Hauptversammlung am folgenden Samstag vorzunehmen. Und dieser brach dann auch an.

Und er war vollgepackt. Trotz des ein oder anderen gegärten Gerstensaftes standen die Jusos, fleißig, wie wir sind, pünktlich um 9 Uhr versammelt im Tagungsraum und widmeten sich des Programmes. Den Auftakt machte einmal mehr der Bundesvorsitzende Kevin Kühnert (er scheint überall gleichzeitig zu sein), um uns zu begrüßen und aktuelle Einblicke in die Bundespolitik zu geben. Nach diesem wie immer informativen und inspirierenden Input, begann der Hauptakt des Tages.

Es stand an, die in Form gegossenen Forderungen und politischen Ziele des Verbandes zu beraten und zu diskutieren. Die Vielfalt war groß: Öffnung der gesetzlichen Krankenversicherung für Beamte, Umweltverschmutzung für Mikroplastik beenden oder auch die Einführung eines verpflichtenden Hundeführerscheines. Dabei kam es natürlich auch zu durchaus privaten Einblicken bei einzelnen Genoss*innen, wie etwa Martin Kröber, der uns zu unserem Amüsement offenbarte, dass sein tierischer Freund anscheinend die Hosen anhat.
Nichtsdestotrotz wurden die Debatten mit der ihnen gebotenen Ernsthaftigkeit und möglichen Tragweite wahrgenommen und diskutiert.

Media ConferenceNächstes Wochenende, nächstes Zusammenkommen. Dieses Mal standen die Tage ganz im Zeichen der sozialen Medien auf der YoungSOCIALists ´Media Conference (#ysmc2018) und Berlin sollte uns dafür empfangen. Die Hauptstadt zeichnete sich, wie immer in einer wunderbaren Mischung aus Dreck, rotziger Gastfreundlichkeit und modischen Fragwürdigkeiten aus, also so wie man sie lieben muss. Das SPD-Hauptquartier, besser bekannt als das Willy-Brandt-Haus, öffnete seine Pforten für uns, um uns über die Möglichkeiten und Insights des Web 4.0 zu liefern und die Partei endlich in das 21. Jahrhundert führt.

Nach den üblichen Kennenlernritualen der angereisten Jusos; “Und, wo kommst du her?” “Cool” “Und sonst so?”, hatten wir die Ehre einen Impulsvortrag von der wunderbaren Carline Mohr zu bekommen. In ihr personifizierte sich Charme, Know-How und eine spitze Zunge, denn sie analysierte für uns die Defizite der SPD als identifikationsstiftendes Gebilde. Sie schärfte uns ein, dass jeder Einzelne von uns ein Spiegelbild der Partei ist und wir daher auch am meisten an uns selbst arbeiten müssen. Nach diesem inspirierenden Input erfolgte wieder eine freie Abendgestaltung, was am Ende hieß, ein paar altbekannten Kneipenstraßen die Aufwartung zu machen.

Eigentlich ging es in dem öffentlichen ersten Tagungsordnungspunkt des Sozialausschusses Sachsen-Anhalt um das Thema: „Die Gesellschaftliche Bedrohung durch Rechtsextremismus konsequent bekämpfen“. Viel deutlicher wurde in dieser Diskussion jedoch, wie schwierig es ist, mit Rechtspopulisten zu diskutieren und weshalb diese so schwierig zu stellen sind. Die Schwierigkeit besteht darin, das radikale Denken zu entlarven und die Unschärfe des Gesagten richtig zu deuten.

Dr. Falko Grube mit Pascal Begrich von miteinander e.V.Dr. Falko Grube gemeinsam mit Pascal Begrich: Am Rande der öffentlichen Sitzung des Ausschusses für Arbeit, Soziales und Integration wurde eine Spende an Miteinander e.V. übergeben. Sie wurden von der SPD-Stadtratsfraktion Magdeburg auf der "Meile der Demokratie 2017“ gesammelt.

Radikales Denken

Wer politisch wie der Rechtspopulist Tillschneider davon ausgeht: „Alles was nicht rechts ist, ist links und alles was nicht links ist, muss rechts sein“, für diesen ist alles, was nicht weiß ist, schwarz. Ganz davon ab, wie traurig die Welt aussehen müsste, wenn wir alle Farben verbannen, so ist diese Sichtweise des politischen Diskurs´, wenn nicht extremistisch, zumindest radikaler Natur. Wer so redet und denkt, spricht von einem „Wir gegen die“ und bekämpft damit alles, was von seiner Position abweicht - mit Meinungsvielfalt, hat das Ganze dann freilich nichts mehr zu tun.

Wie man eine so eine binäre Kodierung des Denkens jedoch leicht aus den Angeln hebt, zeigte der SPD-Landtagsabgeordnete Dr. Falko Grube mit dem Hinweis, dass unser Gesellschaftliches Modell doch wesentlich komplexer ist und dass es zwischen Links und Rechts mindestens noch die Mitte gebe.

Veranstaltung im Hörsaal 6Poggenburg aka „Poggemon Go“, stellt eine Dienstaufsichtsbeschwerde gegen den Dekan der humanwissenschaftlichen Fakultät der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg. Die AfD begibt sich nun in Wildwest-Manier auf einen persönlichen Rachefeldzug gegen Prof. Dick, weil dieser sich mit folgender Botschaft hinter die friedlich protestierenden Studierenden stellte: „Unsere Studierenden zeigen Haltung und Flagge. Darauf bin ich stolz.“ Diesbezüglich möchten wir zwei Dinge klarstellen, erstens stellen wir uns hinter Prof. Dick, der sich vorbildlich verhalten und eingeschritten ist, als es notwendig war und antworten mit einem solidarischen:

„Unser Dekan zeigt Flagge und Haltung. Darauf sind wir stolz.“

Zweitens verstehen wir nicht, wie ein Gastredner auf die Idee kommt, sich bei der Universität über den Dekan zu beschweren, das ist im ungefähren so, als beschwere man sich bei der Brauerei, weil der Gastgeber nicht genug Bier gekauft hat. Um das nochmal festzuhalten, die einzigen die sich hätten beschweren dürfen, wären die Gastgeber der Veranstaltung gewesen, aber die besitzen wohl weder das „Knowhow“, noch die nötige „Courage“ dazu. Ganz unabhängig davon, dass diese Beschwerde auch so mangels Stichhaltigkeit abgeschmettert werden wird.

Wir halten euch über die verzweifelten Versuche der Rechtspopulisten auf dem Laufenden.

Jusos Magdeburg und Juso HSG Magdeburg