16 JanuarGruppenfoto nach erfolgreicher Blockade am NicolaiplatzLange Zeit blieb der Naziaufmarsch um den diesjährigen Jahrestag der Bombardierung Magdeburgs am 16. Januar 1945 ein Rätsel. Während davon auszugehen war, dass am Freitag dem 16. Januar die rechte Szene "im kleinen Rahmen" von 200-300 Personen versuchen würde, durch Magdeburg zu marschieren, war von einer Mobilisierung zum Samstag - dem bisher üblichen Tag des Aufmarsches - lange Zeit nichts zu sehen. Den Naziaktivitäten am Freitagabend ging die in Magdeburg bereits bekannte Kommunikationspolitik der Polizei voraus. Diese veröffentlicht hierbei keine relevante Informationen und stellte stattdessen fest, dass es zu "kurzfristigen Änderungen der Route" kommen kann – oder auch nicht. Trotz der daher kurzfristigen Bekanntgabe des Aufmarschpunktes am Bahnhof Magdeburg-Eichenweiler, konnten die circa 300 Nazis nördlich des Nicolaiplatzes von zirka 1000 GegendemonstrantInnen gestoppt werden, sodass sie anschließend ohne die häufig stattfindenden Zwischenkundgebungen zügig zurück Richtung Bahnhof Eichenweiler mussten.
"Eine Straße, in der sich ein Flüchtlingsheim befindet, als Parkplatz für zugereiste Nazis zu verwenden ohne auch nur einen der 1500 Polizistinnen und Polizisten zum Schutz der Flüchtlinge abzustellen, ist uns unbegreiflich und spricht nicht für die Weitsicht der Polizeiführung" so Franca Meye, Koordinatorin des Juso-Landesarbeitskreises gegen Rechtsextremismus "Als Jusos Sachsen-Anhalt möchten wir uns aber bei allen bedanken, die sich am Freitagabend den Nazis in den Weg gestellt haben." so Meye weiter. "Als Jusos werden wir auch weiterhin klar Stellung gegen Aufmärsche mit rassistischer und menschenverachtender Gesinnung beziehen." so Meye abschließend.
Die Anmeldung seitens der Rechten für den Samstag wurde am Freitagabend zurückgezogen. So konnten bei bestem Wetter 15.000 Bürgerinnen und Bürger die "Meile der Demokratie" sowie die Meilensteine besuchen.